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Soziale Debatte

Motiviert durch ihre Leidenschaft und durch Steuerbegünstigungen gefördert, bauen renommierte Sammler auf der ganzen Welt private Museen auf, um ihre Werke mit der Öffentlichkeit zu teilen. In zunehmendem Maße haben diese Sammlungen die gleiche Qualität wie diejenigen in öffentlichen Einrichtungen. Kunst wird zugänglicher für ein breiteres Publikum und die ausgestellten Sammlungen werden häufig durch eine breite Palette an öffentlichen Veranstaltungen und Bildungsinitiativen ergänzt. The Broad in Los Angeles, gegründet von den Philanthropen Eli und Edythe Broad, ist eines dieser etablierten Museen. Geleitet von der Leidenschaft der Broads für zeitgenössische Kunst und ihre öffentliche Wertschätzung, zeigt das Museum wechselnde Ausstellungen und verleiht seine Kunstwerke an Museen und Galerien weltweit.

 

Die Bereitschaft, Besitzungen mit der Gesellschaft zu teilen, ist allerdings sehr unterschiedlich. Im Allgemeinen stimmen die Mäzene aus dem Nahen Osten und Indien am ehesten darin überein, dass es eine Pflicht gibt, wertvolles Eigentum zum Wohle der Gesellschaft zu teilen, während Befragte aus den USA, Japan, Hongkong und Großbritannien diese Ansicht am wenigsten vertreten.

 

Dies könnte eine starke Kultur der Philanthropie in diesen Regionen widerspiegeln, oder aber sie könnte mit Status und dem Wunsch verbunden sein, Reichtum und guten Geschmack zu demonstrieren. Insbesondere die Spitzenpositionen des Kunstmarkt, welche mit 10 bis zu 150 Mio. EUR für Einzelwerke ein, im Verhältnis zu anderen Anlageklassen, besonders hohes Preisniveau genießen, befeuern eine kontroverse Debatte über die soziale Nachhaltigkeit der Investitionen.

 


Insbesondere in Asien werden private Museen immer zahlreicher.


Betrachten wir die Geschichte von Van Goghs Gemälde "Portrait des Dr. Gachet", das 1990 von Ryoei Saito, einem wohlhabenden japanischen Industriellen, für 82,5 Millionen US-Dollar erworben wurde. Seit dem Kauf wurde das Gemälde nie wieder öffentlich gezeigt. Herr Saito sorgte in der Kunstwelt für erhebliche Kontroversen, als er bekannt gab, dass er mit dem Gemälde begraben werden wolle. Obwohl er 1996 starb, gibt es keine Beweise, dass seine Wünsche erfüllt wurden. Der Verbleib des Gemäldes ist jedoch weiterhin unbekannt. Auch in der großen Van-Gogh-Retrospektive im New Yorker Metropolitan Museum of Art im Jahr 1999, die sich auf die Sammlung von Dr. Gachet konzentrierte, war das Hauptwerk nicht enthalten.

 

Das Entziehen wertvoller und wichtiger Kunstwerke verarmt das kulturelle Leben. Ferner könnte es sich aber auch nachteilig auf die allgemeine Wirtschaft auswirken.

 

Vergleicht man etwa den Kauf eines Gemäldes mit der Bereitstellung von Kapital für ein junges Start-Up oder die Investition in Aktien: Wenn ein wohlhabender Mensch einen Alten Meister erwirbt, kehrt das ausgegebene Geld wieder in die Wirtschaft zurück, aber es gibt keine Gewissheit darüber, wo dieses Geld enden wird. Es könnte verwendet werden, um produktiv in der Wirtschaft investiert zu werden, oder es könnte verwendet werden, um ein anderes Gemälde zu kaufen. Im Gegenzug hätten direkte Investitionen in junge bzw. bereits produktive Unternehmen einen deutlich größeren wirtschaftlichen Effekt, da Sie helfen zu wachsen, zu investieren und einen größeren Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung zu leisten.

 

Investitionen in Kunst können auf einer breiteren sozialen Ebene sehr positiv sein, wenn der Sammler bereit ist, dem Gegenstand als Verwahrer zu dienen und ihn als Kulturschatz mit einem breiten Publikum zu teilen. Andererseits kann man argumentieren, dass Investoren durch direkte Investments in produktive Unternehmen einen größeren sozialen Einfluss erzielen können. In Anbetracht der heutigen Zeit und des gegenwärtigen Preisniveau einzelner Werke, ist eine emotionale und relevante Debatte unvermeidbar.


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